Der Aufwärtshub des Fahrradpedals - die Auswirkungen des Ziehens

Der Aufwärtshub des Fahrradpedals - die Auswirkungen des Ziehens
Der Mythos des Aufwärtshubs wurde bereits in den 1980er Jahren von Dr. Jeff Broker entlarvt, aber die Zugtechnik zur Verbesserung des Pedalhubs im Straßenradsport wird auch heute noch kontrovers diskutiert.

Zwei Missverständnisse der wissenschaftlichen Daten sind für die Debatte verantwortlich.

Der Mythos des Aufwärtshubs ist sehr lebendig. Jeder Radfahranfänger wird irgendwann von jemandem erzählt bekommen, dass ein effizienter Pedalhub nicht nur das Herunterdrücken des Pedals erfordert, sondern auch das Hochziehen mit Kraft.

Folglich stehen wir bei Bythlon oft im Mittelpunkt der Kontroverse über den Aufwärtshub. Wir haben das Bythlon-Pedalsystem als sichere Alternative zu anderen Pedalsystemen mit Schuhplatten entwickelt. Das Bythlon Pedal verriegelt die Schuhplatte nicht - es verwendet eine patentierte formschlüssige Verbindung, und der Radfahrer kann jederzeit aussteigen, indem er den Schuh anhebt.

Man kann ein Bythlon-Pedal nicht hochziehen, um Kraft zu erzeugen. Sie können sich also vorstellen, dass sich die Kommentare in den sozialen Medien, die wir erhalten, oft um die Frage drehen: "Wie kann ich mit diesem Pedal ziehen? Jeder weiß doch, dass erfahrene Radfahrer den Aufwärtshub nutzen, um zusätzliche Kraft zu erzeugen!"

Wir antworten mit wissenschaftlich fundierten Fakten und verweisen auf unsere Website, die unsere wissenschaftliche Forschung zusammenfasst und Links zu den verfügbaren Studien enthält.

Aus dem Dialog mit diesen Aufschwung-Gläubigen gewinnt man jedoch den Eindruck, dass sie die Daten nicht verstehen, die Studien für zu alt halten, zu 100 % sicher sind, dass sie einen Aufschwung haben, und darauf bestehen, dass zumindest die Profifahrer "ziehen".

Lange Rede, kurzer Sinn: Niemand erzeugt beim Aufschwung eine Kraft, nicht einmal Radprofis. Dies zu beweisen ist schwierig. Aus Wettbewerbsgründen ist es fast unmöglich, Leistungsmessdaten von Profifahrern zu erhalten.

Fast. Juan Garcia-Lopez, Sportbiomechanik-Forscher und Professor an der Universität León in Spanien, arbeitete bei seiner Studie aus dem Jahr 2016 mit einem UCI-Proteam, dem Euskaltel-Euskadi-Radteam, zusammen: "Unterschiede in der Trettechnik zwischen Rennradfahrern verschiedener Leistungsniveaus".

Wahrscheinlich war es hilfreich, dass Professor Garcia-Lopez von 2005 bis 2010 Leiter der Abteilung Biomechanik und Bikefitting des Teams war.

                                 Analyse der Pedalhubleistung

Schauen wir uns seine Leistungsanalyse an, die kinetische Analyse des erzeugten Drehmoments. Sie zeigt einen positiven Impuls mit maximalem Drehmoment und einen negativen Impuls mit negativem Impuls und minimalem Drehmoment im Verhältnis zum Kurbelwinkel.


Dieses Diagramm ist eine gängige Art, die Leistungsdynamik eines Arbeitstaktes darzustellen und Ursache für Missverständnis Nummer eins. Das Missverständnis, das hier häufig auftritt, besteht darin, dass der negative Impuls fälschlicherweise für eine Zugkraft gehalten wird. Stattdessen kann der Radfahrer das Bein beim Hochziehen nicht schnell genug entlasten. Folglich bleibt ein Druck auf dem Pedal, der die verfügbare Gesamtleistung reduziert. Es wird nicht hochgezogen, sondern das Pedal zurückgehalten! Es handelt sich um ein negatives Drehmoment.

Die Studie vergleicht Radprofis des UCI-ProTour-Teams Euskaltel-Euskadi mit Elitefahrern eines UCI-Continental-Teams und wettbewerbsfähigen Vereinsfahrern, die zwischen 5.000 und 15.000 Kilometer pro Saison gefahren sind.

Schauen wir uns seine Leistungsanalyse an, die kinetische Analyse des erzeugten Drehmoments. Sie zeigt einen positiven Impuls mit maximalem Drehmoment und einen negativen Impuls mit negativem Impuls und minimalem Drehmoment im Verhältnis zum Kurbelwinkel.

Die Ergebnisse zeigen, dass alle drei Gruppen negative Impulse haben, aber dass die Profi-Radfahrer ein geringeres minimales Drehmoment (weniger negative Drehmomentwerte) während des Aufschwungs hatten als die Elite- und Vereinsradfahrer (zwischen 15,4 % und 28,7 %).

Was können wir daraus schließen? Erstens sind die Profis besser in der Lage, ihre Beine während der Aufwärtsphase zu entlasten; sie können das untere Glied schneller nach oben bringen. Zweitens erzeugen nicht einmal die Profis Kraft im Aufschwung.

In der Praxis bedeutet diese Erkenntnis, dass es keinen Sinn macht, sich einzuklinken. Die Schuhplatte löst sich beim Aufwärtshub nicht vom Pedal. Der Leistungsvorteil beim Fahren mit Rennradschuhen und Schuhplatten resultiert aus einer besseren Kraftübertragung vom Fuß auf das Pedal, nicht aus einer Zugkraft.

Das führt uns zu einem weiteren grundlegenden Missverständnis in der Radsportgemeinde. Der Grund, warum Sie Ihr Pedal hochziehen sollten: Es ist sinnvoll, das "Ziehen" zu trainieren, nicht um eine Kraft zu erzeugen, wie oft fälschlicherweise angenommen wird, sondern um den Widerstand des Beins beim Aufwärtshub zu verringern.
Schlussfolgernd: Es hat keinen Sinn, sich einzuklinken. Fahren Sie stark, bleiben Sie sicher, Mit Bythlon!