Die UCI hat Klickpedale verboten – und was ist dann passiert?

Du hast wahrscheinlich noch nie gehört, dass die UCI Klickpedale bereits 2018 verboten hat. UCI steht für The Union Cycliste Internationale. Es ist der alles beherrschende Dachverband, der Radsportwettbewerbe auf globaler Ebene reguliert. Er gibt Regeln für alles vor, von der Länge der Socken (ARTIKEL 1.3.033 BIS) bis hin zum Doping.

Das Verbot von Klickpedalen blieb fast unbemerkt, da dies bisher nur für BMX-Jugendrennen gilt. Regel 6.1.079 „…Fahrer unter 12 Jahren müssen flache Pedale ohne ineinandergreifendes Pedal-Schuhplatten-System verwenden.“ Es wurde 2018 angekündigt und trat 2021 vollständig in Kraft.

Was ist dann passiert? Naja, eher nichts. Die erwartete Diskussion im Internet war kurz und weit weniger hitzig als erwartet. Die gemeinsame Schlussfolgerung war, dass die gleichen Fahrer immer noch gegen die gleichen Leute auf den gleichen Rennstrecken fahren, nur jetzt mit erhöhter Sicherheit.

Warum ist das relevant? Zum ersten Mal hat die UCI anerkannt, dass Klickpedale ein Sicherheitsrisiko darstellen. Und einige von uns erinnern sich wahrscheinlich noch daran, wie Helme bei Radrennen eingeführt wurden. Sie wurden erstmals in den 1970er Jahren bei Jugendrennen auf nationaler Ebene obligatorisch.

Es dauerte viele Jahre, bis Helme für alle Rennfahrer außer Profis obligatorisch waren. Konsequenterweise starben immer wieder Profis in Rennen an Kopfverletzungen. Michel Goffin, Fabio Casartelli, Manuel Sanromà und die Liste geht weiter. Erst nach dem Tod eines weiteren Radprofis, Andrei Kivilev, während des Paris-Nizza-Rennens 2003, hat die UCI dann endlich auch für professionellen Radfahrer die Helmpflicht eingeführt.

Ironischerweise endete der erste halbherzige Versuch der UCI, Helme im Profi-Rennsport einzuführen, beim gleichen Rennen 12 Jahre zuvor mit einem Fahrerstreik.

Wird sich die Geschichte wiederholen? Jedes Jahr passieren Massenunfällen bei professionell Radrennen, die durch Klickpedale verursacht werden oder wo sie zumindest eine Rolle spielen. Aber es besteht anscheinend keine Motivation daran etwas zu ändern.

Aber was ist mit uns, den Amateuren? Zwei Dinge müssen passieren, um das Radfahren sicherer zu machen. Erstens muss die Radsport-Community aufhören, den Mythos des Runden Tritts zu verbreiten und die wissenschaftliche Analyse der Radfahrdynamik akzeptieren: Niemand kann ein Pedal hochziehen, um Vortrieb zu erzeugen. Dafür braucht sich dann auch niemand einzuklicken.

Zweitens muss man sich bewusst machen das es nicht eigenes Unvermögen oder mangelndes Training ist, was zu Stürzen durch Klickpedale führt – die passieren auch Profis. Es ist also keine Frage, ob du aufgrund von Klickpedalen stürzen wirst, sondern wann.

Wird es wieder 30 Jahre dauern bis die UCI Klickpedale als wesentliches Sicherheitsproblem für alle Radfahrer adressiert?

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